Erlebnispädagogik

Lernen, das man nicht vergisst

Bei der Erlebnispädagogik lernen Kinder draußen. Sie paddeln, klettern oder bauen ein Lager im Wald. Dabei merken sie schnell, ob etwas funktioniert. Hält der Knoten nicht, muss er neu gebunden werden. Brennt das Feuer nicht, müssen sie es nochmal versuchen. Wenn es dann klappt, haben sie es selbst geschafft. Dieses Gefühl nehmen viele Kinder mit nach Hause und in die Schule.

  • Seit 1996 unser Fundament
  • Ausgebildete Natursport-Fachkräfte
  • Einzeln, in Gruppen und auf mehrtägigen Touren
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Warum das wirkt

Echte Aufgaben statt guter Worte

Vielen unserer Kinder hat man schon oft gesagt, was sie alles nicht können. Dagegen helfen keine Ermutigungsfloskeln, dagegen hilft Erfahrung. Wer nach drei Anläufen oben am Fels steht, hat einen Beweis, der bleibt. Draußen zeigt sich auch, was im Klassenzimmer verborgen bleibt: Ausdauer, Mut, Hilfsbereitschaft. Der Mentor sieht das Kind in Situationen, die es fordern, und kann daran anknüpfen. Und manches Gespräch, das am Küchentisch nie zustande käme, ergibt sich am Lagerfeuer von selbst.

Was wir machen

Vom Nachmittag am Wasser bis zur mehrtägigen Tour

Im Alltag der Betreuungen sind das Nachmittage draußen: Paddeln auf Iller und Donau, Klettern, Bogenschießen, Feuer und Werkzeug, Spuren lesen, Projekte mit dem, was die Natur hergibt. In den Ferien kommen Fahrten und Lager dazu, teils über mehrere Tage. Für Schulklassen bauen wir daraus eigene Projekte. Je nach Kind kann eine Tour auch mal fordernd sein. Anstrengung gehört dazu, Überforderung nicht.

Sicherheit

Abenteuer ja, Leichtsinn nein

Viele unserer Mitarbeiter sind ausgebildete Natursport-Fachkräfte, etwa fürs Klettern oder für Touren auf dem Wasser. Ausrüstung, Gruppengröße und Anspruch richten sich nach den Kindern, und jede Maßnahme wird vorbereitet und nachbesprochen. Eltern erfahren vorab, was geplant ist und was ihr Kind dafür braucht.

Was ist Erlebnispädagogik?

Erlebnispädagogik erklärt

Erlebnispädagogik ist ein Ansatz aus der Sozial- und Freizeitpädagogik, bei dem Lernen über gemeinsame Erfahrungen läuft, meistens draußen in der Natur. Statt über Verhalten zu reden, werden Situationen geschaffen, in denen Kinder und Jugendliche handeln müssen: eine Wand hochklettern, ein Boot über einen Fluss steuern, mit der Gruppe ein Lager aufbauen, bei Regen die Motivation halten.

Der Gedanke dahinter ist alt. Schon Kurt Hahn, ein deutscher Reformpädagoge, baute in den 1920er-Jahren Schulen auf, in denen Expeditionen, Segeln und Rettungsdienst fester Teil der Erziehung waren. Er hielt wenig davon, jungen Menschen Charakterstärke predigen zu wollen. Seine Überzeugung: Sie entsteht, wenn man etwas Ernsthaftes zu bewältigen hat. Aus seinen Ideen entwickelten sich unter anderem die Outward-Bound-Bewegung und später die moderne Erlebnispädagogik, wie sie heute in der Jugendhilfe, in Schulen und in der Teamentwicklung eingesetzt wird.

Was die Methode von einem Ausflug unterscheidet, ist die Absicht. Ein erlebnispädagogisches Angebot wird geplant, begleitet und ausgewertet. Die Kletterwand ist nicht das Ziel, sondern das Mittel. Es geht um das, was dabei sichtbar wird: Wie gehe ich mit Angst um? Gebe ich auf, wenn es schwer wird? Lasse ich mir helfen? Nach der Aktion wird das Erlebte besprochen und mit dem Alltag verknüpft, denn dort soll es ja ankommen. Fachleute nennen das Transfer.

Gerade für Kinder, die viele Misserfolge hinter sich haben, liegt darin die Stärke des Ansatzes. Ein Erfolg am Fels lässt sich nicht wegdiskutieren. Er wurde nicht geschenkt und nicht gut gemeint, er wurde erarbeitet. Solche Erfahrungen verändern das Bild, das ein Kind von sich hat, oft nachhaltiger als jedes Gespräch. Dazu kommt die Natur selbst: Sie ist unbestechlich, sie bewertet nicht, und sie gibt unmittelbare Rückmeldung. Wer den Knoten schlampig bindet, merkt es. Wer im Team nicht mitzieht, auch.

Erlebnispädagogik ist kein Wundermittel und ersetzt weder Therapie noch verlässliche Beziehungen. Sie entfaltet ihre Wirkung dort, wo beides zusammenkommt: erfahrene Begleiter, echte Aufgaben und jemand, der hinterher hilft, das Erlebte einzuordnen.

Für Jugendämter und Fachkräfte

Erlebnispädagogische Einzel- und Gruppenmaßnahmen als integraler Bestandteil aller Hilfen, einschließlich mehrtägiger Langzeitmaßnahmen und Ferienfahrten. Durchführung durch qualifizierte Natursport-Fachkräfte. Kunst- und naturpädagogische Angebote (u. a. Landart). Erlebnispädagogische Tradition seit 1996.